Egli Welt

Die Schweizer Tierhaltung als Vorbild

Die FAO-Studie «Wege zu geringeren Emissionen» macht klar, dass Effizienz­steigerung, Tiergesundheit und moderne Genetik die wirkungsvollsten Instrumente im Kampf gegen Treibhausgasemissionen in der Tierhaltung sind. Anstatt auf tierische Produkte zu verzichten, sollte der Fokus auf der Optimierung bestehender Systeme liegen – ein Ansatz, der in der Schweiz bereits erfolgreich umgesetzt wird.

06. Nov. 2025

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) setzt sich weltweit für die Bekämpfung von Hunger und Armut ein, insbesondere durch Verbesserung von Ernährung und Landwirtschaft. Die FAO-Studie «Wege zu geringeren Emissionen» bewertet die globalen Treibhausgasemissionen und zeigt praxistaugliche Massnahmen zur Emissionssenkung in der Nutztierhaltung und Lebensmittelproduktion. Entgegen der oft propagierten Forderung zum Verzicht auf tierische Produkte, zeigt dieser Bericht, dass Effizienzsteigerung, Tiergesundheit und moderne Genetik zentrale Bausteine für eine nachhaltige und klimaschonende Ernährung darstellen. Diese Erkenntnisse sind gerade für die Schweiz von besonderer Bedeutung. Hier sind hohe Produktionsstandards, Produktqualität und innovative Technologien bereits seit Jahren selbstverständlich.


Fokus auf Effizienz und innovative Tierhaltung


Im Grundsatz geht es um die optimale Nutzung der Ressourcen: Je effizienter Betriebe produzieren, desto weniger «Input» (Futter, Energie und Land) wird pro produzierte Einheit (kg Fleisch, Liter Milch, pro Ei) benötigt. Die Schweiz kann hierbei als Vorzeigemodell gelten. Durch ­modernste Fütterungsstrategien, optimierte Stallmanagementsysteme und gezielten Einsatz genetischer Verbesserungen ist es gelungen, den ökologischen Fussabdruck pro produzierte Einheit deutlich zu reduzieren. Der Bereichsdirektor für Tierhaltung und Tiergesundheit bei der FAO, Thanawat Tiensin, erklärte in einem Interview mit der Fachzeitschrift «top agrar», dass gerade Effizienzsteigerungen ein entscheidendes Instrument seien, um die weltweiten Emissionen nachhaltig zu senken. Seine Aussagen zeigen: Eine gut organisierte Tierhaltung, die auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse setzt, ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch zukunftsweisend.


Tiergesundheit und moderne ­Genetik als Erfolgsfaktoren


Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die Tiergesundheit. Gesunde Tiere leisten mehr. Fortschritte in der Veterinärmedizin und vorbeugende Ge­sundheitsmassnahmen helfen, die Tier­gesundheit zu verbessern und Krankheiten zu vermeiden. Parallel dazu spielt die moderne Tierzucht eine bedeutende Rolle: Durch selektive Zuchtverfahren werden Tiere mit höherer Robustheit und besserer Futterverwertung gezüchtet, was nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Tierhaltung verbessert, sondern auch den ökologischen Fussabdruck reduziert.

Die FAO-Studie unterstreicht den Stellenwert von Forschung und Innovation. Investitionen in neue Technologien und verbesserte Zuchtmethoden sind wesentliche Hebel, um die Produktion stetig zu optimieren. Thanawat Tiensin betont die Bedeutung einer engen Kooperation zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis. Damit werden nachhaltige Lösungen entwickelt, die den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht werden. Diese Zusammenarbeit ist der Schlüssel, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben und globale Emissionen nachhaltig zu senken.


Die Rolle der Schweizer Nutztierhaltung im weltweiten Kontext


Wiederholt wird behauptet, dass die Umstellung auf rein pflanzliche Ernährung automatisch zu einer deutlichen Reduktion von Treibhausgasen führen würde. Die Realität ist jedoch weit komplexer: Pflanzliche Lebensmittel haben wohl ihren Platz in der menschlichen Ernährung. Sie allein können jedoch die Probleme mit dem Ausstoss von Treibhausgasen nicht lösen. Wenn wir in der Schweiz ganz auf die Tierproduktion verzichten würden, würde das der Nachhaltigkeit sogar schaden, denn in anderen Regionen wird oft weniger effizient produziert, was mehr Emissionen verursacht. Mehr Importe von Fleisch aus Ländern mit weniger fortschrittlichen Produktionstechniken und lascheren Umweltschutzgesetzen führen im Endeffekt zu höheren Klimagasemissionen.

Unsere hohen Standards in der Schweizer Tierhaltung basieren auf dem Willen zu höherer Effizienz und unserem Erfindergeist. Dank der stetigen Verbesserungen der Produktionsprozesse und des gezielten Einsatzes moderner Technologien gelingt es uns, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu sichern und zusätzlich den Treibhausgasausstoss zu minimieren.


Gemeinsam in eine nachhaltige Zukunft


Die Erkenntnisse der FAO machen deutlich: Der Weg zu einer klimafreundlichen Ernährung führt über technologische Innovation und effiziente Tierhaltung, nicht über die radikale Umstellung auf rein pflanzliche Ernährung. Für unsere Tierhalter bedeutet dies, in moderne Technologien zu investieren, sich stetig weiterzubilden und den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis zu intensivieren. Nur so lässt sich langfristig eine Produktion realisieren, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch nachhaltig ist.

Die Schweizer Tierhaltung hat die Chance, weltweit als Vorbild zu fungieren und aktiv zum globalen Klimaschutz beizutragen.


FAQ-Quelle

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