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Folgen bei einem JA zur Trinkwasserinitiative

Höhere Preise für Nahrungsmittel, weniger regionale Produkte, weniger Lebensmittel­sicherheit, mehr Foodwaste, Verlust von Arbeitsplätzen. Das Schweizer ­Trinkwasser ist bereits gut geschützt und problemlos trinkbar.

03. Mai 2021

Sinkende Verfügbarkeit einheimischer Lebensmittel

Die Erträge der Schweizer Ackerkulturen würden um mindestens 30 Prozent sinken. Davon betroffen wären auch die Biobetriebe. Anspruchsvolle Kulturen wie zum Beispiel Kartoffeln könnten bald nur noch aus dem Ausland stammen, wo der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiterhin möglich ist. Für hochwertige, regionale Produkte braucht es Pflanzenschutz – auch in der Schweiz.


Massiv mehr Importe von Lebensmitteln und weniger Tierwohl

Die fehlenden Mengen aus den Schweizer Ställen und Böden müssten aus dem Ausland importiert werden. Also aus Ländern, die deutlich tiefere Tierschutz- und Pflanzenschutz-­Standards haben. Wie durch Studien der Agroscope belegt, würde die Gesamtumweltbelastung damit nicht nur verschoben, sondern im Ausland zunehmen. Die Corona-Erfahrung hat zudem gezeigt, wie schnell Importe durch unerwartete Ereignisse ausfallen können.


Zehntausende Arbeitsplätze ­betroffen

Eine Annahme der Initiative würde zu einem Verlust von Zehntausenden von Arbeitsplätzen führen. Die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft schafft über 300ʼ000 Arbeitsplätze, und die Initiative gefährdet mehr als die Hälfte davon. Verbote schränken auch die Forschung ein und behindern Innovationen.


Verschwenden der Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie

Der Initiativtext erlaubt nur noch hofeigenes Futter zur Ernährung der Tiere. Das heisst: Eine halbe Million Tonnen Nebenprodukte, die heute aus der Lebensmittelindustrie verwertet werden, müssten im Müll landen. Dabei handelt es sich um hochwertige Produkte wie Getreidekleie aus der Mehlproduktion, Schnitzel und Melasse aus der Zuckerindustrie, Schotten aus der Käseherstellung oder Treber aus der Most- und Bierproduktion.


Foodwaste durch Feldverluste ungeschützter Kulturen

Ohne den nötigen Pflanzenschutz fallen die Erträge vieler Ackerkulturen kleiner aus. Zudem wäre eine enorme Zunahme von verfaulter, nicht verkäuflicher Ware die Folge. Fazit: Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel vermindert die Haltbarkeit. Das verursacht noch mehr Foodwaste.


Kaum noch Eier, Poulet- und Schweinefleisch aus der Schweiz

Anders als das Rindvieh können Geflügel und Schweine kein Gras verwerten. Im Grasland Schweiz ist es den wenigsten Betrieben möglich, das nötige Futter für ihre Hühner und Schweine selber zu produzieren. Das gilt auch für Biobetriebe. Die noch mögliche Menge Schweizer Produkte würde damit sehr teuer. Die fehlenden Produkte müssten in grossen Mengen aus ausländischer Massentierhaltung importiert werden.


Trinkwasser in der Schweiz ist unbedenklich trinkbar

Diskussionen um das Schweizer Trinkwasser, vor allem mit Schlagzeilen zum Fungizid Chlorothalonil, sind allgegenwärtig. In einigen Wasserproben wurden davon Mengen im Bereich von 1 Millionstel Gramm pro Liter gefunden. Studien zu Gesundheitsschäden von Chlorothalonil zeigen jedoch, dass ein Erwachsener täglich über 10’000 Liter Wasser (entspricht etwa 70 Badewannen) trinken müsste, um auf eine bedenkliche Dosis zu kommen. Die Trinkwasser-Qualität hat sich nicht verschlechtert, die Analyse-Methoden sind heute jedoch viel sensitiver.

Egli Fokus Trinkwasserinitiative Pestizid Initiative
 
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